JUGOSLAWIEN -
DER SPÄTE SIEG HITLERS UND DES PAPSTES

Was fällt Ihnen hierzu ein?
Warum fiel seinerzeit ausgerechnet Jugoslawien dem systematischen Terror durch die USA und ihrer Vasallen zum Opfer? Nach der Kapitulation der Sowjetunion und der Auflösung des Ostblocks war das neutrale Jugoslawien der einzige Staat, der sich noch immer nicht mit wehenden Fahnen dem Westen unterwerfen wollte.
Seit seiner Gründung war Jugoslawien der Staat, welcher sich weder von Stalin und noch viel weniger vom Westen schlucken ließ, womit er innerhalb Europas wegen seiner Neutralität zwischen den Militärblöcken mehr als jeder andere Staat für nationale Souveränität stand und demzufolge bei der Installation der US-Weltherrschaft ein Dorn im Auge war.

Nicht zuletzt hatte auch der Papst noch eine Rechnung offen: trotz Ustascha und Jasenovac war die Endlösung der Orthodoxie – warum hatte der Adolf aber auch den Krieg verloren?! – noch nicht abgeschlossen. So kam es zum Schulterschluß zwischen den Amerikanern und dem Papst, und Serbien mußte sterbien.


»Stell Dir vor, es ist Krieg, und kein DEUTSCHER geht hin! Gar nicht so leicht vorzustellen in der nächsten Zeit! Als wir vor etwa zwei Jahren, aber schon bald nach dem ersten Angriffskrieg gegen den Irak, die deutsche Beteiligung an einem Angriff auf Jugoslawien voraussagten, wollte es noch keiner glauben.
Jetzt will keiner glauben, daß in den nächsten vier oder fünf Jahren die deutsche Armee mal ganz dringend – bestimmt ein paar Leichen im Fernsehen?!– nach Indien, eventuell nach China muß. Denn noch sind ein paar Staaten viel zu groß, noch sind ein paar Staaten von den USA deshalb unabhängig, wollen Atomsperrverträge nicht unterschreiben oder Separatisten nicht gewähren lassen, und noch wünscht sich mancher Scheich oder Dalai-Lama sein Thrönchen zurück. Da muß die Bundeswehr hin.«
(Aus unserem Flugblatt v. 12. April 1993)


Erinnern wir uns: Nach dem Tode Titos, dem es zu verdanken ist, daß Jugoslawien seinerzeit sowohl vom deutschen als auch italienischen Faschismus befreit wurde, und der sich zudem keine stalinistische Bevormundung gefallen ließ, zerbrach es allmählich wieder in seine Einzelteile. Zur Zeit des bosnischen Bürgerkriegs 1995 galt es, außerhalb des willkürlich definierten serbischen Kerngebietes, die Serben aus ihren jahrhundertelangen Siedlungsgebieten zu vertreiben, zu ghettoisieren und mit dosiertem Terror zu zermürben.
Nach der Sezession Sloweniens und Kroatiens aus dem jugoslawischen Staatsverband, die mit zinslosen Milliardenkrediten des Vatikans und darauffolgender diplomatischer Anerkennung der BRD gefördert und belohnt wurde, der finanziellen und militärischen Unterstützung von Ustascha-Faschisten und Moslems, galt es noch eines zu bewerkstelligen, das gar nicht so einfach war: Die Serben als Opfer des klerikal-faschistischen Genozids zu faschistischen Verbrechern umzulügen. Hierzu wurden von Ustaschen und Moslemaktivisten die Dienste der Medienagentur Ruder Finn in Anspruch genommen – Stichwort: Massenvergewaltigungen –, um die Stigmatisierung der Serben – ganz im Sinne des bewährten Musters der Ritualmordlegende – voranzutreiben. Mit einem Filmteam des britischen Medienkonzerns ITN unter der Leitung einer gewissen Penny Marshall wurde im selben Jahr der Zenit der antiserbischen Lügenpropaganda erreicht: Veröffentlichung eines Fotos eines vermeintlichen Gefangenen der Serben, vermeintlicher Insasse eines vermeintlichen Konzentrationslagers – in Wahrheit ein serbischer Flüchtling, der unter Tuberkulose litt (näheres in den Ketzerbriefen Nr. 47) –, er stand vermeintlich hinter Stacheldraht und da ausgemergelt, kurz vor dem Hungertod.
Das war's: Die Kontingenz Serbe = Faschist war optisch hergestellt, die Medien röhrten, und der Totschlagreflex einer unter Dauerbeschallung betäubten Öffentlichkeit, die jetzt sah, was sie glauben sollte, regte sich. Das Resultat war die Bombardierung der bosnischen Serben durch NATO-Luftwaffen (damals noch ohne deutsche Beteiligung – ach die »besondere deutsche Verantwortung«, nicht wahr?!), und nachdem dieser Präzedenzfall hergestellt war, die Bombardierung des jugoslawischen Rumpfstaates 1999. Ein Bonmot lautet mittlerweile, jeder anständige Deutsche müsse Hitler mindestens einmal in seinem Leben kritisiert haben – nach 1945 selbstverständlich –, und wir fügen hinzu: um dann seine Verbrechen zu wiederholen oder mindestens zu billigen, exkulpiert durch das Oberkommando der amerikanischen Siegermacht. Für diesen schäbigen Part braucht es moralisch besonders minderwertige Figuren, und die wurden ja rechtzeitig an die entsprechenden Schaltstellen gehievt: Drecksarbeiten wie Verfassungsbrüche fallen ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der SPD und ihres grünen Wurmfortsatzes, die Pogromfraktion des Parteienkartells.
Wer jetzt, wenn alles gelaufen ist, ganz in Klugi-Manier alles längst wußte, aber zum richtigen Zeitpunkt das Maul nicht aufbekam, oder von allem nichts gewußt haben will, ist moralisch um keinen Funken besser als die deutsche Bevölkerung unter Hitler. Aber man muß es ja nicht bleiben, wir empfehlen daher:

              
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