Bund gegen Anpassung
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Geburtenkontrolle – Arbeitszeitverkürzung – Gleichheit weltweit
2. Juni 2024

Schon wieder:
Viel Lärm um Srebrenica

Ausgerechnet Deutschland...

Das Land, das Serbien im 20. Jahrhundert dreimal überfallen hat – als Monarchie im ersten Weltkrieg im Verbund mit der habsburgischen Doppelmonarchie (Serbien zahlte seinerzeit den prozentual höchsten Blutzoll aller kriegsbeteiligten Länder mit einem Viertel seiner Bevölkerung), dann als faschistische Diktatur 1941–45 (die ihrerseits an den europäischen Juden einen veritablen Völkermord begangen hatte, neben dem türkischen Genozid an den Armeniern und dem Völkermord des mit den Nazis verbündeten klerikalfaschistischen Ustascha-Kroatiens wiederum an Serben und Juden das blutrünstigste dieser drei Megaverbrechen!), schließlich beim NATO-Überfall auf Restjugoslawien 1999 unter Bruch von Artikel 26 der deutschen Verfassung (Verbot des Angriffskrieges; Serbien respektive Jugoslawien hatte die BRD sowenig angegriffen wie Afghanistan oder Mali) –, ausgerechnet Deutschland also stellt die Serben an den UN-Pranger wegen des angeblich von serbischen Truppen begangenen "Völkermords" von Srebrenica im Jahr 1995. (Spüren Sie, werter Leser gleichgültigen Geschlechts, die Angstschwelle, die man bei dem Wort "angeblich" und dem von Anführungszeichen eingerahmten Explosivwort "Völkermord" überschreiten muß?)

Für eine entsprechende Resolution zu einem künftig zu begehenden "Tag der Reflexion und des Gedenkens" hatte "man" Ruanda als zweiten Antragsteller ins Boot geholt – das macht sich besser, denn dieses Land wird erstens mit Völkermord assoziativ in Verbindung gebracht und hat zweitens ansonsten nicht viel zu sagen. Als Feier- und Gedenktag wurde der 11. Juli auserkoren; Start soll 2025 sein. Wie bei Orwells '1984' stehen die pietätvollen Worte "Reflexion und Gedenken" für die "Fünf-Minuten-Haßsendung" im Jahrestakt gegen die Serben, die "man" ebenso pietätvoll wie heuchlerisch nicht erwähnt hat, denn "man" kann sich auf eine jahrzehntelange einschlägige Haß- und Lügenpropaganda verlassen.

Denn gelogen wurde von seiten des Westblocks, von seiten der NATO von Anfang an. Gelogen war das Phantasie-KZ von Trnopolje, das man den Serben unterjubelte; gelogen waren die fingierten Anschläge auf bevölkerte Marktplätze, gelogen waren die "Massenvergewaltigungen", die allesamt den Medienhype "Srebrenica" vorbereiten sollten; gelogen waren anschließend das "Massaker von Račak", der serbische "Hufeisenplan", gelogen war das "Konzentrationslager" von Priština, die allesamt gemeinsam mit "Srebrenica" den Boden für den Bombenkrieg der NATO vorbereiteten. Und in dieser ganzen Lügenkette soll einzig "Srebrenica" wahr gewesen sein?

Während der Kriege in Korea und Vietnam haben die US-Truppen fünf bis sechs Millionen Zivilisten umgebracht. Bei den völkerrechtswidrigen, folglich verbrecherischen Militärüberfällen auf den Irak kamen zwei bis drei Millionen Menschen, darunter eine halbe Million Kinder, ums Leben. Dem NATO-Bombardement Libyens fielen mindestens 50.000 Menschen zum Opfer. Von "Völkermord" war in diesem Zusammenhang in den Unisono-Medien des Westblocks nie die Rede. Aber "Srebrenica" mit seinen angeblich über 8000 getöteten Moslems soll das "schlimmste Völkermordverbrechen seit Ende des 2. Weltkriegs" gewesen sein? Immer diese lästigen Fragen...

Natürlich bemißt sich das Unrecht nicht in Litern Blut und nach Hekatomben; die Judendiskriminierung 1933–1938 auf der Grundlage der "Nürnberger Rassengesetze" war ein (unblutiges) verbrecherisches Unrecht, das die Massenvernichtung erst ermöglichte. Aber ein so schreiendes quantitatives Mißverhältnis wie bei den imperialistischen Kriegen der USA nach 1945 und "Srebrenica" sollte zumindest zu denken geben. Hier wissen wir uns ausnahmsweise mit der israelischen Regierung einig, die bei "Srebrenica" keinen Genozid entdecken kann.

Der damalige US-Präsident Bill Clinton hat in einem Anfall von Hellsichtigkeit ein Verbrechen in Srebrenica vorausgesagt, Jahre vor dem angeblichen Ereignis. Ein Wunder, eine "Verschwörungstheorie" oder ein Hinweis auf den Ideengeber? Schon wieder diese Fragen...

"Der Mörder ist immer der Serbe" – so tönt es im Westblock, der im übrigen einen Deutschen als "Hohen Kommissar" in Bosnien-Herzegowina eingesetzt hat (ein nobler Titel für plane imperialistische Bevormundung). Aber in Wirklichkeit ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, was in Srebrenica tatsächlich geschehen ist. Unser Autor Alexander Dorin ist dieser Frage in jahrelangen aufwendigen und sorgfältigen Recherchen, auch vor Ort, nachgegangen. An dieser Stelle sei auf seine Publikationen beim Ahriman-Verlag lediglich hingewiesen und nur so viel verraten, daß an der "offiziellen Version" des Westblocks kein Wort wahr ist. In jedem diesbezüglichen Satz der Wahrheitspresse liegt eine Lügenmine verborgen, wie zwei aktuelle Beispiele aus der Schweizer "Neuen Züricher Zeitung" vom 30.4.2024 zur deutschen Srebrenica-Resolution belegen mögen. Dort heißt es: "Im Sommer 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen unter General Ratko Mladic die Uno-Schutzzone im ostbosnischen Srebrenica überrannt." In Wirklichkeit wurde gar nichts "überrannt"; die moslemischen Truppen, die in den Jahren zuvor Tausende serbische Zivilisten in der Umgebung Srebrenicas massakriert hatten (das belegt drastisch Dorins Buch), hatten das Städtchen zuvor geräumt. Die Serben stießen bei der Einnahme Srebrenicas auf keinerlei Widerstand; erst bei der Verfolgung der moslemischen Truppen kam es zu Gefechten mit Toten auf beiden Seiten. Der nächste Satz lautet: "Bei Massakern, die unter den Augen der niederländischen Truppen stattfanden, wurden über 8000 bosniakische (muslimische) Männer und Buben ab 13 Jahren ermordet." – "Vor den Augen" der niederländischen Soldaten fanden überhaupt keine "Massaker" statt; sie beobachteten vielmehr den kampflosen Einzug der serbischen Verbände in die verlassene Stadt, ohne einzugreifen, und sagten das auch ganz offenherzig und arglos. Das hat "man" ihnen sehr verübelt. Aber alles andere ist nachträgliche mediale Legendenbildung und suggestive Irreführung. Diese Beispiele sollten genügen. –

Was bedeutet dann aber der neuerliche Lärm um Srebrenica?
Um es kurz zu machen: nichts Gutes.

Erstens für den serbischen Teilstaat in Bosnien-Herzegowina und die dort lebenden Menschen. Es steht zu befürchten, daß ihnen in naher Zukunft das Schicksal der Krajina-Serben droht. Innerhalb der von Tito gezogenen Verwaltungsgrenzen des jugoslawischen Bundeslandes Kroatien, die mit der vom Westblock unter deutscher Federführung geförderten Sezession Kroatiens (sic, das war eine "gute" Sezession, im Gegensatz zum Donbass oder zu Katalonien) zu Staatsgrenzen mutierten, siedelten seit Jahrhunderten Serben, bis sie im Jahr 1995 in der NATO-Militäroperation "Blitz" von kroatischen Bodentruppen vertrieben wurden. Mit 200.000 Flüchtenden und 2000 getöteten Serben war dies die größte "ethnische Säuberung" des von außen geschürten jugoslawischen "Bürgerkriegs", die freilich nie so benannt wurde, da sie nicht von Serben, sondern gegen diese praktiziert wurde.
Zweitens wird ein seit Jahrzehnten fabriziertes und in die Köpfe gehämmertes Denkverbot zementiert. Die Westpropaganda wird zur Tabuzone erklärt und Kritik daran als strafwürdiges Vorgehen geahndet. Wo ein Tabu errichtet wird, werden Vernunft und freie Artikulation geknebelt. Das macht angst, und das soll es auch, wie aus dem drohenden Wortlaut der Resolution und den Erläuterungen der deutschen UN-Botschafterin Antje Leendertse hervorgeht: Mit der Resolution werde "vorbehaltlos jede Leugnung des Völkermords von Srebrenica als historisches Ereignis" verurteilt, desgleichen "Handlungen" (?), die jene "verherrlichen" (?), die "von internationalen Gerichten wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit [sic; recte: Menschheit] und Völkermord verurteilt wurden." Oder anders ausgedrückt: Wer die NATO nicht als höchste, über jeden Zweifel erhabene Hüterin der historischen Wahrheit ansieht, kann sich künftig warm anziehen. Ihre Militärdoktrin ist Staatsdoktrin jedes Mitgliedslandes und damit sakrosankt. Denn
Drittens: Die NATO als das Schwert des US-Monoimperialismus braucht das Propagandajuwel "Srebrenica"; es ist das Ideologem mit dem längsten Gebrauchswert seit der "kommunistischen Gefahr". Es ist ein Türöffner für jede militärische Aggression mit dem verlogenen Vorwand des "Nie wieder (sc. Völkermord)". Dieses Denkverbot paßt in die Zeit; Amazon praktizierte es bereits vor der Resolution, wie der Versandboykott gegen Dorins Srebrenica-Buch beweist. (Die Resolution wurde übrigens mit 84 Stimmen bei 19 Gegenstimmen und 68 Enthaltungen angenommen. Was waren die sich enthaltenden Länder doch für ultrakluge Feigsäcke...)
Viertens schließlich: Beim aktuellen Krieg gegen Rußland, bei dem der Westblock extrem an der Eskalationsschraube dreht (und hierzulande so getan wird, als gäbe es die Verfassung nur zu Jubiläumszwecken, während man bei offenkundigen Verfassungsbrüchen auf Durchzug stellt), heult Serbien nicht mit den NATO-Wölfen, wie allein schon die Hunderte von serbischen und russischen Flaggen auf der Autobahn nach Belgrad zeigen. Also nehmen diese den kleinen, drangsalierten Balkanstaat gewissermaßen als Vorspeise (oder zum Nachtisch).

Aber Deutschland, ausgerechnet...

Peter Priskil

7. März 2024

Endlich einmal verfassungstreue Deutsche!

So sehr unsere Gewalthaber mit ihrer "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" protzen, so zynisch kacken sie seit Willy Brandts politisch motivierten Berufsverboten auf unsere Verfassung.

  • Art. 3 Abs. 3: Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

  • Art. 33 Abs. 2: Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.

  • Art. 33 Abs. 3: Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.

Lassen wir den hl. Willy und seine Verbrechen, wo er ist (egal, wie unwürdig viele seiner Opfer waren ‒ darum geht es bei Grundrechten nicht, sie müssen ohne Wenn und Aber auch für Unwürdige gelten, denn sonst gelten sie überhaupt nicht). Aber seit dem deutschen Angriff auf Rest-Jugoslawien wird blutig und zynisch noch ein weiterer Verfassungsartikel gebrochen:

  • Art. 26: Verbot der Vorbereitung eines Angriffskrieges
    Abs. 1: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.

Ein dankenswerterweise abgehörtes Telefonat zwischen dem obersten General der Luftwaffe, Luftwaffeninspekteur Ingo Gerhartz, dem Abteilungsleiter im Kommando Luftwaffe Frank Gräfe sowie den Oberstleutnants Fenske und Florstedt zeigte kürzlich die abgrundtiefe Verachtung unserer Verfassung durch unsere Machthaber an der Leine des US-Megakapitals (Soros, Rockefeller, Gates, Pew... ). Es zeigt klar, daß diejenigen, die die "Billigung eines Angriffskrieges" sogar unter Strafe zu stellen geruhen, selber einen vorbereiten. So sind sie halt.

Es ist äußerst verdienstvoll von Jürgen Elsässer, auf genau dieser Basis eine Anzeige gegen unsere heuchlerische Regierung gestellt zu haben. Hier kann sich die BRD ja als Rechtsstaat profilieren, wenn sie sich von einem solchen noch nicht restlos abgeseilt hat.

Elsässer hat sich, als es darauf ankam, in alter Zeit durchaus als unser Feind profiliert ‒ er suchte mit seiner winzigen KB-Truppe unsere Kandidatur als BUNTE LISTE FREIBURG zu verhindern (hier weist seine veröffentlichte Autobiographie eine klaffende Lücke auf), und da unsere Leute damals mehrheitlich furchtbar dämlich waren, hätte er sein finsteres Ziel fast erreicht. ABER DAS MUSS JETZT EGAL SEIN; wer immer Angriffskriege ekelhaft findet, muß seine bzw. die COMPACT-Initiative mit allen Mitteln und vorbehaltlos unterstützen!

Beim Kampf um die Einhaltung der Verfassung müssen alle Staatsbürger zusammenstehen, egal welche Differenzen sie sonst haben.

GEGEN DEN BLUTIGEN BRUCH DES ART. 26 UNSERER VERFASSUNG!
ALLE ZUSAMMEN GEGEN DIE DEUTSCHEN VERFASSUNGSBRECHER!

Beobachtet Eure Justiz, wie sie mit Elsässers äußerst berechtigter Anzeige umgeht!

Link zur Petition "Frieden mit Rußland"

 

10. Januar 2024

Freiheit für Dr. Bianca Witzschel!

Der Dresdner Schauprozeß gegen ein Opfer der Corona-Inquisition

Am 14. November 2023 wurde beim Landgericht Dresden der Strafprozeß gegen die Ärztin Dr. Bianca Witzschel eröffnet, die bereits seit Ende Februar 2023, also seit annähernd einem Jahr, im Chemnitzer Gefängnis in Untersuchungshaft gefangengehalten wird. Ihrer Verhaftung vorausgegangen war eine groß angelegte Durchsuchung ihrer Moritzburger Arztpraxis und ihres Wohnhauses durch polizeiliche Rollkommandos – die kommen vorzugsweise zwischen 5 und 6 Uhr in der Früh und zerren ihre schlaftrunkenen Opfer aus dem Bett –, begleitet von einer Schmutzkampagne der gleichgeschalteten Lügenmedien von »Sächsischer Zeitung« über BILD bis zu »t-online«, die sich nicht nur darin erging, welche Unmengen an »Beweismitteln« in ihrer überfallenen Wohnung »sichergestellt« worden seien (neben vielen Akten, Handy und Computer sogar »Bargeld in vierstelliger Höhe« – schon das sehr verdächtig! – und gar Patronen; Dr. Witzschel ist Jägerin und Mitglied im örtlichen Schützenverein, darf also selbstverständlich auch Munition besitzen, was aber natürlich unterschlagen wird), sondern vor allem, wie »unordentlich«, ja geradezu »messiehaft« es in ihrem Haus ausgesehen habe – wohlgemerkt nach diesen Polizeiüberfällen, bei denen routinemäßig Türen aufgebrochen, Schubladen herausgerissen und die Schrankinhalte auf dem Boden ausgeleert und verstreut werden.

Doch welches Verbrechen soll die Ärztin begangen haben? Hatte sie arglose Patienten beim Hausbesuch betäubt, um ihre Haushaltskasse zu stehlen, mit Drogen gehandelt oder das Konto der Kassenärztlichen Vereinigung geplündert? Viel »schlimmer«: Sie soll, als 2020 der Corona-Terror über Deutschland und die ganze Welt losbrach, im Rahmen ihrer Tätigkeit als Ärztin (!), Patienten angeblich »falsche« Atteste ausgestellt haben, wonach diese aus gesundheitlichen Gründen keine Maske (mit größerem Recht als »Erstickungsmaulkorb« empfunden und bezeichnet) tragen und einzelne auch nicht geimpft werden könnten. Sogar mehrere hundert solcher Atteste – und da versteht der großwestdeutsche Staat der Corona-Diktatur, ganz anders als bei Messerstechereien oder (Gruppen-)Vergewaltigungen durch Falsche Flüchtlinge, denen er im zarten Alter zwischen 20 und 35 durch seine Justiz gerne wohltätige »Minderjährigkeit« bescheinigen läßt und sie auch sonst mit Samthandschuhen anfaßt (denken wir an den Dreisam-Mörder Hussein Khavari), gar keinen Spaß!

War nach der bombastisch inszenierten Verhaftung von Dr. Witzschel schon die monatelange Untersuchungshaft wegen angeblicher »Fluchtgefahr« der alteingesessenen, 66 Jahre alten Ärztin (in Einzelhaft mit weitestgehender Kontakt-, Post- und Besuchssperre, lange selbst für ihre Anwälte) nur mit der Absicht der maximalen Einschüchterung und Brechung der Angeklagten zu erklären, findet der Prozeß, der jetzt begonnen hat, unter genauso grell inszenierten Umständen statt, die einem Stalin'schen Schauprozeß alle Ehre machen würden: Schon daß die Anklage gegen sie zum Landgericht erhoben wurde, wo jetzt eine sogenannte Große Strafkammer mit fünf Richtern (!) über sie urteilen wird, ist ungewöhnlich. Nach dem Gesetz wird wegen (angeblicher) Delikte, wegen derer ein Strafmaß von nicht mehr als vier Jahren zu erwarten ist – und das sind, wenn es sich nicht gerade um Schwer- oder Gewohnheitsverbrecher handelt, die allermeisten – vor dem Amtsgericht verhandelt, und der Tatbestand (§ 278 Strafgesetzbuch), um den es hier eigentlich geht, sieht in der Regel nur eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren vor. Lediglich dann, wenn man unter dem Vorwand der angeblich »unrichtigen Gesundheitszeugnisse« auch noch einen »Betrugs«-vorwurf bastelt, weil der Arzt dafür kein Geld hätte nehmen dürfen, oder man sonst »einen besonders schweren Fall« herbeikonstruiert (das Gesetz wurde dazu eigens während der Corona-Diktatur geändert), ist auch eine höhere Strafe möglich – doch wenn ein Arzt im Rahmen seines Berufs tätig wird und auch für die Ausstellung eines Attestes bekanntlich eine Rechnung stellt (hier je 25 Euro), kann ihm daraus natürlich immer dieser Strick gedreht und bei vielen Attesten dann irgendein angeblich hoher »Schaden« zusammengezählt werden, gar noch eine »gewerbliche« Tätigkeit, weshalb Lügenpresse und Staatsanwaltschaft hier schon jetzt mit vier Jahren Haft (!!!), dem Entzug der Approbation und dem Verbot jeder zukünftigen ärztlichen Tätigkeit drohen. Zur allgemeinen Abschreckung kann man daraus dann auch einen Fall von ganz »besonderer Bedeutung« konstruieren und das Verfahren auch unter diesem Vorwand vor das Landgericht ziehen, wo ansonsten nur Räuber, Großbetrüger und sonstige Kapitalverbrecher (und Mörder) stehen.

Doch auch dieses »Großgericht« tagt nicht, wie sonst immer, im Justizgebäude des Landgerichts in der Dresdner Innenstadt: Am Vorabend des ersten Verhandlungstermins befahl das Gericht, daß die Verhandlung statt dessen in dem vor wenigen Jahren für viele Millionen Steuergeld-Euros eigens für sogenannte »Terroristenprozesse« weit außerhalb am Stadtrand errichteten (ersten und einzigen) »Hochsicherheitsgebäude« der sächsischen Justiz stattfinden solle, so überraschend und kurzfristig also, daß sogar einer der Verteidiger nichts mehr davon erfuhr und erst nach Verhandlungsbeginn eintraf, von der interessierten Öffentlichkeit ganz zu schweigen.

In diesem Hochsicherheitstrakt im Stil des berüchtigten Stammheimer »Gerichtssaals« wurde bisher gegen nach Deutschland zurückgekehrte islamistische Mörder des IS oder die »Anti«-FA-Todesschwadronen der Leipziger »Hammerbande« verhandelt, oder auch gegen die Mitglieder des berüchtigten Remmo-Clans, die die millionenteuren Juwelen des Dresdner Grünen Gewölbes ausgeraubt hatten. In diesem Hochsicherheitstrakt, in den man als Besucher und Prozeßbeobachter nur nach strengsten Einlaßkontrollen und kopieren jedes einzelnen Ausweises kommt und in dem die Zuschauer dann in einem durch Panzerglas abgetrennten Raum sitzen, der durch dort anwesende Beamte überwacht wird, steht jetzt die bisher völlig unbescholtene 66jährige Ärztin Dr. Bianca Witzschel vor Gericht.

Und dieses Gericht plant gegen Dr. Witzschel einen zermürbenden, wahrhaften »Monsterprozeß«: begonnen Ende des letzten Jahres, sind jetzt schon 40 (in Worten: vierzig!) Verhandlungstermine angesetzt ­– bis Ende Juni 2024 –, zu jedem dieser Termine wird die Ärztin wie ein Gewaltverbrecher mit Hand- und Fußfesseln, selbst in der kleinen Zelle des Gefangenentransporters eingesperrt noch in Handschellen, aus dem Chemnitzer Gefängnis an- und wieder zurückgekarrt. (So behandelten selbst die Nazis nur ihren Erzfeind Dimitroff.) Der Geist, der dann in diesem Gerichtssaal weht, wird vielleicht bezeichnender als durch alles andere deutlich durch eine Begebenheit aus dem ersten Verhandlungstag: Ein offenbar mit Frau Dr. Witzschel sympathisierender Unterstützer wurde des Saales verwiesen, weil er unerlaubt eine weiße Rose mitgebracht hatte – bedarf dies nach der Verhaftung von Bürgern, weil sie während der Corona-Diktatur öffentlich aus dem Grundgesetz vorgelesen hatten, noch eines weiteren Kommentars?

Wurde am ersten Verhandlungstag nur die ellenlange »Anklageschrift« verlesen (stundenlang, so daß sich dabei zwei Staatsanwälte abwechseln mußten, wohl damit die Armen nicht wie die Patienten Atemnot bekamen, immerhin geht es ja um ca. 1000 namentlich vorgelesene Patienten, die Dr. Witzschel – nein: nicht umgebracht... –, denen sie also ein von der Corona-Polizei und -Justiz nicht anerkanntes, also »falsches« Attest ausgestellt haben soll), so folgte beim nächsten Verhandlungstermin die Anhörung aller möglichen Polizeibeamten, die zwar nichts zu den Vorwürfen der Anklage sagen konnten, dafür aber auch hier erst einmal auswalzten, was alles bei den Durchsuchungen ihres Hauses und ihrer Arztpraxis gefunden worden sei – auch hier wieder: ohhh Schreck, ohhhhh Graus: Munition und Gewehrpatronen, gar ein Elektroschocker sei gefunden worden ­– beweist nicht schon allein das die ungeheure Gefährlichkeit, geradezu Gemeingefährlichkeit dieser Frau, die deshalb schon froh sein kann, wenn man sie nur mit Handschellen ins Gericht schleppt und nicht wie Hannibal Lector behandelt...?

Erst danach, an einem späteren Tag, kamen tatsächlich auch die ersten angeblichen »Opfer« zu Wort, also Patienten, denen Dr. Witzschel mit ihren Attesten ein wenig Luft zum Atmen ohne den elenden Corona-Tschador verschafft hatte – sogar nach deren Untersuchung. Man erinnere sich: Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen konnten die Ärzte während der Corona-Diktatur nach Telefonanruf des Patienten ausstellen, also natürlich ohne Untersuchung, sie sollten es auch und wurden dazu offiziell aufgefordert, schließlich sollten die Patienten ja ihren staatlich angeordneten häuslichen Corona-Knast nicht verlassen!

Dr. Witzschels Patienten aber sollen jetzt im nächsten halben Jahr (!) als Zeugen gegen sie gehört werden. Doch nicht nur die Ärztin wurde und wird in dieser Weise kriminalisiert, man muß sagen: terrorisiert. Auch bei diesen Patienten, eben den heutigen Zeugen, haben mit Hunderten von Polizisten Hausdurchsuchungen stattgefunden, teilweise auch schon Strafprozesse, in denen die Patienten wegen »Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse« verfolgt wurden und werden. Man kann sich auf die indirekt erpreßten erwünschten Aussagen jetzt schon einstellen.

Nebenbei: wer entscheidet eigentlich, ob ein Attest »richtig« oder »unrichtig« ist? Der Arzt, der von Medizin etwas versteht, entsprechend seiner Überzeugung und dem vielbeschworenen Hippokratischen Eid: »Schützen vor allem, was Schaden zufügen könnte!« – oder ein Gericht, dessen Staat „sein“ Volk willkürlich unter die Masken zwingen wollte, deren medizinische Nutzlosigkeit anfangs sogar von ihm zugegeben wurde und längst erwiesen ist? Und könnte ein falsches Arbeitsunfähigkeitszeugnis vielleicht noch einen sogenannten »Arbeitgeber« schädigen – hier aber: niemanden! Die Patienten kamen in ihrer Not freiwillig, haben für ihr Attest ein wenig (wie gesagt: 25 Euro) Geld bezahlt, irgendeinen Schaden gibt es einfach nicht!

Ganz offensichtlich soll gerade in Sachsen, wo der Widerstand gegen den staatlichen Corona-Terror besonders groß war und wo »man« mit dem sogenannten Volk seit PEGIDA und den nicht zuletzt auf sie zurückzuführenden heutigen Wahlerfolgen der AfD (trotz allen Zeterns der Lügenpresse und des schändlichen sogenannten »Verfassungsschutzes«, d.h. Hitlers umgetaufter, personell zu über 95 % übernommener Gestapo, über deren angeblichen Reeeeechtsextremismus) ohnehin noch eine »Rechnung offen hat«, ein ganz besonders einschüchterndes Exempel statuiert werden! – Wie gesagt: Stalins Schauprozesse lassen grüßen! Gleichzeitig soll jedem Arzt nachdrücklich vor Augen geführt werden, was ihm für die Zukunft bei auch nur geringstem Abweichen von einem offiziellen »Gesundheits-« Zwangsregime droht, das ja bald nicht einmal mehr ein staatliches sein, sondern ein direktes diktatorisches der W»H«O, d.h. der Soros/Gates-Bande, werden soll – Stichwort: »Pandemievertrag«, der im Frühjahr 2024 verabschiedet und natürlich auch in Deutschland durchgepeitscht werden soll.

Die »Freien Sachsen«, von der Lügenpresse noch monotoner als »rechtsextrem« verschrieen als die AfD, haben verdienstvollerweise mehrfach über die skandalöse Verfolgung von Dr. Witzschel informiert, sie organisieren vor allem regelmäßig Proteste vor dem Chemnitzer Gefängnis, in dem sie eingekerkert ist – möglichst lautstarke, die sie bis in ihre Zelle hören kann und so weiß, daß sie dort jedenfalls nicht erinnerungslos begraben ist.

»Eine Million Rosen für Angela Davis!« – unter diesem Motto stand vor vielen Jahrzehnten die weltweite Solidarität für jenes vorgesehene Opfer der US-Justiz, die vor allem von der ehemaligen DDR ausging. Auch wenn es einen Staat wie diesen, der eine solch breite Öffentlichkeitskampagne organisieren und fördern könnte, nicht mehr gibt, werden sich viele der älteren Unterstützer von Frau Dr. Witzschel gerade im Osten daran erinnern.

Im Sinne dieser damals letztlich erfolgreichen Solidarität haben die »Freien Sachsen« auch dazu aufgerufen, Dr. Witzschel durch Karten und Briefe ins Gefängnis zu unterstützen und ihr durch diese Solidarität die so bitter nötige Kraft zum Durchhalten zu geben.

Wir schließen uns diesem Aufruf an!

Unterstützerschreiben an:

Dr. Bianca Witzschel
JVA Chemnitz
Thalheimer Str. 29
09125 Chemnitz

 

6. Dezember 2023

Wir fordern die sofortige Freilassung von Gregorian Bivolaru und seiner Anhänger!

Nach uns vorliegenden Informationen wurden am 28. November 2023 der rumänische Yogalehrer Gregorian Bivolaru und mehrere Dutzend seiner Anhänger von 175 (!) Polizisten in ihren Anwesen nahe bei Paris und in Südfrankreich überfallen und in Gewahrsam genommen. Folgt man den Berichten der französischen Lügenpresse, dann wurden die vorgeblichen „Opfer“ – etwas über zwanzig – „befreit“, da sie angeblich „verschleppt“, „entführt“ und, man höre, „sexuell mißhandelt“ worden seien. Selbst „psychologische Manipulation“ soll es gegeben haben – so die Lügenpresse. Bei den Beschuldigten soll es sich – so abermals die Lügenpresse – um Führungspersönlichkeiten und Angehörige einer „tantrischen Sekte“ handeln – darunter kann man sich in der Regel nichts, also alles vorstellen. Entsprechend lauten die an die mittelalterlichen Hexenverfolgungen erinnernden Vorwürfe: Unzucht mit dem Leibhaftigen bei Orgienexzessen auf dem Blocksberg. Bezeichnenderweise konnten die angeblichen „Opfer“ zu keiner dieser abstrusen Beschuldigungen erpreßt werden, die Beschuldigten ohnehin nicht.

Wir erkennen in diesen skandalösen Vorgängen ein miserables Remake der Verfolgung von Bivolarus Religionsgemeinschaft in Rumänien im Jahre 2004 (siehe unsere Berichterstattung in den Ketzerbriefen Nr. 206, 200, 198, 181, 130, 128 wie auch unseren Protestaufruf vom März 2017 und unseren Kommentar vom Juli 2016 auf dieser Seite). Alle damals erhobenen Schmutzanwürfe haben sich – in teils jahrelang verschleppten Prozessen – als gegenstandslos erwiesen. Die einzigen Gesetzesbrüche wurden auch jetzt von den staatlichen Behörden, diesmal Frankreichs, begangen: Entführung, Erpressung, lügenhafte Falschbeschuldigung. Nachdem die angeblichen „Opfer“ sich nicht „kooperativ“ gezeigt hatten, wurden sie ohne die beschlagnahmten Telefone und Bargeld auf die Straße gesetzt. Nun ja, die Nazis hätten sie in „Schutzhaft“ behalten, wie jetzt die fälschlich Beschuldigten.

Die Erklärung der authentischen Menschen- und Bürgerrechte als unmittelbare Folge der Französischen Revolution bestanden im Kern in der Gewährung der Glaubensfreiheit, der religiösen Toleranz im Sinne des großen Voltaire; unmittelbare Konsequenz war die Judenemanzipation nach jahrhundertelanger Verfolgung und Demütigung, auch den Hugenotten durfte man nicht mehr straflos die Ohren abschneiden und sie öffentlich verbrennen. Diese Zustände sollen in der „Grande Nation", die sich vor über 100 Jahren zum säkularen Rechtsstaat erklärt hatte, offenkundig wieder Einzug halten. Die in der Verfassung des Landes festgeschriebenen Grundrechte sind keinen Eurocent wert, wenn sie nicht für alle gilt. Die kleinen Religionsgemeinschaften – seien es nun Scientologen, Sanyasins oder Yogaübende – sind der Prüfstein dafür.

Wir wissen, daß sich die europäischen Zöglinge der Soros/Rockefeller-Bande wie der französische Präsident um die originären Menschen- und Bürgerrechte einen feuchten Kehricht scheren. Wir kennen Herrn Macron seit der Protestbewegung der „Gelbwesten“ als Präsidenten der Gummigeschosse und Blendgranaten, als Präsident der ausgeschossenen Augen und abgerissenen Hände. Nun will er sich offensichtlich zum Großinquisitor mausern.

Wir wissen aber auch, daß nicht alle diesen widerwärtigen Grad an demonstrativer Verachtung der demokratischen Rechte und der Menschenwürde teilen. An diese ergeht unsere Aufforderung:

Protestieren Sie beim französischen Justizminister und fordern Sie die bedingungslose Einhaltung der Meinungs- und Religionsfreiheit, wie sie die französische Verfassung vorsieht!

Schluß mit der Verfolgung angeblicher „Sekten“, weg mit diesem Mittelalterdreck!


Sofortige Freilassung von Gregorian Bivolaru und seiner Anhänger!


Richten Sie Ihr Protestschreiben an:
Ministre de la Justice
Éric Dupond-Moretti
13 Place Vendôme
F – 75042 Paris Cedex 01

Bitte mit einer Kopie Ihres Schreibens an uns!

 

12. Oktober 2023

Der WTC-Ersatz vom Gazastreifen

Aus KETZERBRIEFE 241

Als vor ein paar Wochen gemeldet wurde, die Hamas habe vom Gazastreifen aus wieder einmal mit Raketen Israel beschossen, und zwar fieserweise noch dazu in eine größere zivile Veranstaltung, dürfte der Großteil der Empfänger dieser Nachricht davon ausgegangen sein, daß hier wieder einmal eine der unzähligen Episoden aus dem israelisch-palästinensischen Dauerkrieg vorliege, und dem Vorfall zunächst keine größere Beachtung geschenkt haben.

Merkwürdig war er aber von Anfang an: es hatte zwischen den verfeindeten Parteien schon lange keine Kampfaktionen gegeben, und auch die palästinensischen Terroranschläge waren schon eine Weile wieder zur Ruhe gekommen. Wie kommt die Hamas auf einmal nach so langer Pause dazu, eine neue Provokation zu starten, und noch dazu eine so häßliche, daß man sich unwillkürlich an die routinemäßigen US-Massentötungen harmloser Zivilisten aus der Luft im Irak erinnert fühlt?

Noch weitaus merkwürdiger ist aber etwas anderes, was mangels Erinnerungsvermögens den meisten Zeitungslesern und den auf dem Weg zu ihren Mails mit der unvermeidlichen, "Nachrichten" genannten Propagandajauche bespritzten Internet-Nutzern leider so häufig wieder entfallen ist: während des langen und ungleichen NATO-Krieges gegen das unglückliche Syrien gelang es den Verteidigern des Landes vor einigen Jahren einmal, einen größeren Trupp von Eindringlingen gefangenzunehmen. Und siehe da, was stellte sich heraus? Unter diesen bewaffneten Eindringlingen befanden sich nicht nur israelische Offiziere, sondern auch Hamas-Kämpfer! (Sogar von gefangenen Saudis war die Rede, aber diese Mitteilung verlor sich rasch im Schwarzen Loch unserer Nachrichtenunterdrückung.) Ganz so abgrundtief kann die Feindschaft zwischen Hamas und Israel also nicht mehr sein... unsere Zeitungen mußten auch kurz ganz viel Geschwätz absondern, um diese Unerwartetheit wegzuklügeln, danach schwiegen sie natürlich eiligst zum peinlichen Thema... also scheinen die Frontverschiebungen verblüffende Vorgänge hinter den Kulissen widerzuspiegeln, zu denen die Gegend schon zur Zeit der Kreuzritter mancherlei Parallelen geliefert hat...

Wenn die jedenfalls zunächst fanatische Feindschaft der Hamas gegen Israel eine unerwartete Aufweichung erfahren haben sollte, die die neue Provokation, wenn sie wirklich nur durch israelisch-palästinensische Spannungen erzeugt wäre, höchst seltsam und unmotiviert erscheinen läßt, so ist die Todfeindschaft der Hamas gegen Syrien und die Hisbollah (welche dieses verteidigt) umso weniger bestreitbar und mindestens ebenso uralt bzw. von Anfang an gegeben gewesen. Um sie zu verstehen, muß man etwas weiter ausholen.

Hoffentlich erinnern sich meine Leser noch an den langen und erbitterten libanesischen Bürgerkrieg – diesmal einen echten! –, dessen Spuren man heute noch an mancherlei Ruinen in Beirut betrachten kann und der die allertraurigsten Wunden den Beständen des libanesischen Nationalmuseums geschlagen hat, das unglücklicherweise gerade an einer innerstädtischen Frontlinie besagten Krieges lag, und zwar ziemlich lange. (Auch Israel hat sich in diesen Bürgerkrieg eingemischt, ohne ihn jedoch zu prägen, und dabei einige Verwüstungen hinterlassen, aber vorwiegend im Süden des Landes, von dem tatsächlich ein paar Provokationen auf sein Gebiet vorgefallen waren, den eigentlich dringenderen innerlibanesischen Auseinandersetzungen zum Trotz.) Dieser Bürgerkrieg war zwischen den Religionsfraktionen des Landes ausgetragen worden (womit sich jemand, der nichts von Marx gelernt hat, zufriedengeben könnte), und diese – welche alle zuvor unter irgendwelchen Etiketten ihre eigenen Milizen aufgebaut hatten, neben denen die reguläre Armee allmählich verblaßte – waren erstaunlich zahlreich, je nach Zählung bis zu dreizehn oder sogar mehr.

Der Libanon – das Land ist nach seinem Hauptgebirge benannt, dessen Zedern schon zu Gilgameschs Zeit berühmt und begehrt waren, seine Flagge zieren und in dem Gebirge selbst so gut wie nicht mehr zu finden sind – ist und war bis vor kurzer Zeit, eben bis dicht vor dem Bürgerkrieg, ein mehrheitlich christliches Land. Dann aber gewannen die Moslems die Mehrheit, doch kaum aufgrund gewaltsamer Verluste, die sie den Christen zugefügt hatten (obwohl auch dies vor Erlangung der libanesischen Unabhängigkeit widerlicherweise vorgekommen ist), sondern aufgrund tatsächlich eherner Gesetze der Soziologie, die schon den Römern auffielen und in ihrer Sprache das Wort proletarius (salopp übersetzt: "Karnickler") hervorbrachten.

Denn die Christen, seit byzantinischer Zeit zwangsweise die Religion der Einheimischen, lagen und liegen an Ort und Stelle immer noch im Durchschnitt ihres Besitzes und Einkommens über den Moslems. Da es ihnen somit durchschnittlich besser geht, ist ihre Nachkommenschaft entsprechend geringer. Solange der Stand der Produktivkräfte und folglich der Hygiene niedrig war, konnte die höhere Kindersterblichkeit der Leute mit schlechterer Lebensqualität dieses Ungleichgewicht der Religionen, hinter denen unterschiedliche soziale Strata steckten, diese Differenz ungefähr ausgleichen; seit es Antibiotika gibt, natürlich nicht mehr, und seither gelten die Gesetze der Zinsrechnung. Dabei sind alle Religionen und Konfessionen des Landes bzw. deren Anhänger im Durchschnitt eifrig bemüht, dieses erbarmungslos zuzuknallen, weniger mit Brandbomben als mit der Uterusbombe. Nach einer Statistik aus dem letzten Drittel des verflossenen Jahrhunderts hatten die Frauen sogar der wohlhabendsten christlichen Fraktion über drei Kinder, die der ärmsten islamischen sogar über sieben. Das zerstört nicht nur die Natur...

Die statistisch bestgestellte christliche Fraktion ist am Ort diejenige der "Maroniten", d.h. der von der römischen Kirche aufgekauften und dadurch annektierten, aber in ihren angestammten Riten unbelästigten Orthodoxen; die bestgestellte moslemische Fraktion, mit einer noch etwas höheren Geburtenrate und Basis der Hamas, ist die sunnitische. Dazu kommen unter den Christen die übrigen Orthodoxen, wie wir sie verstehen (also gemäßigte Dyophysiten wie Katholiken und Protestanten auch), sowie die sich selber so nennende monophysitische Syrisch-Orthodoxe Kirche und die "extrem dyophysitischen" sogenannten Nestorianer; trotz ihrer dogmatischen Differenz verstehen sich die beiden letztgenannten (und relativ ärmsten) christlichen Konfessionen im Alltag am allerbesten (und, wie man sehen wird, nicht ohne historischen Grund). Auf islamischer Seite folgen als ursprünglich armes Landvolk den Sunniten die ihrerseits untergliederten Schiiten; aus ihnen rekrutierte sich die Hisbollah. Als dritte Religion des Landes kommen etwa in der unteren Mitte des Besitzes etc. und folglich der oberen der Geburtenrate die Drusen dazu, welche aufgrund der von den Kalifen erlittenen Verfolgungen – in einem bestimmten Teil des Berglandes fanden sie im Mittelalter Zuflucht, was ein paar Rückschlüsse auf die frühere, idyllische Besiedlungsdichte zuläßt – den Christen gefühlsmäßig (aber nicht dogmatisch) näher stehen als den Moslems; in Israel sind sie die treuesten Verbündeten der jüdischen Mehrheit, da diese sie vom islamischen Druck erlöst hat; in Syrien stehen sie natürlich auf der Seite der legitimen Regierung, ihres einzigen Schutzes vor NATO-islamischem Massenterror. Die Juden selbst sind seit Gründung Israels in Syrien zahlenmäßig ganz unbedeutend geworden, werden aber, soweit syrische Staatsbürger, von allen Assad-Regierungen tadellos behandelt. Und auch das hat einen tieferen Grund, einen tieferen sogar, als Vater und Sohn Assad zugeben oder auch nur sich eingestehen durften.

Wegen des prekären Gleichgewichts der nun einmal wie immer, solange sie noch als solche eine Rolle spielen, verfeindeten Religionen Libanons hat dieses Land eine ausgeklügelte Verfassung, welche die höchsten Ämter desselben nach Religionsproporz verteilt – eine unglückliche Lösung, wie sich zeigen sollte! Denn aufgrund des seit Jahrtausenden bekannten obengenannten soziologischen Gesetzes verschob sich dieser Proporz, seit die medizinische Versorgung auch der Armen einigermaßen effizient geworden war, und alle Konfessionen – wie auch andernorts, das hat unserem Planeten schon das Erdöl flott ausgesogen und Tier- wie Pflanzenreich irreversibel ruiniert und macht alle Menschen außer ein paar Superparasiten immer ärmer und reglementierter – sahen nicht ein, daß, wer "Antibiotika" sagt, auch "Antibabypille" sagen muß. Folglich wollten die proportional gewachsenen Moslems des Libanons den verfassungsmäßigen Proporz den neuen Verhältnissen angeglichen haben, die Christen nicht, und so nahm der Bürgerkrieg seinen Lauf, den die konfessionelle Vielfalt des Landes weiter komplizierte.

Es ist nun nicht ohne Interesse, wie diese zustandekam. Natürlich wird sie durch die starke orographische Vielfalt des Landes begünstigt, aber selbige ist nicht die treibende Kraft gewesen. Diese war am Anfang, d.h. in Spätantike und Frühmittelalter, der Vampirismus der Hauptstadt Byzanz gegenüber den Außenprovinzen ihres Reiches gewesen, nämlich Syrien (zu dem der Libanon gehörte) und Ägypten. Diese wurden gnadenlos ausgepreßt, um die Loyalität der steuerfrei gehaltenen und dadurch zahlenmäßig ungeheuer anschwellenden Hauptstadtbewohner zu erhalten, was die Loyalität der leidenden Peripherie nicht eben stärken konnte.

Was tut man im christlichen Totalitarismus, wenn man dem Kaiser wirkungsvoll den Gehorsam aufkündigen bzw. besagten Kaiser wirksam diskreditieren will? Man erklärt ihn und seine Anhänger bzw. Bischöfe zu Ketzern, braucht dann aber, damit das einheitlich klingt, Führer unter den örtlichen Bischöfen, was nur gelingt, wenn die allgemeine Erbitterung flächendeckend und intensiv genug ist. Das war sie; und nun war nichts leichter zur Vereinheitlichung der Opposition, als den jeweils letzten dogmatischen Schwenk nicht mitzumachen, d.h. dem Beschluß des jeweils letzten Konzils (das ja vom Kaiser abhing), die Anerkennung zu verweigern. Das war im Falle Syriens das von Ephesus, Ägyptens das von Chalkedon.

Um es kurz zu machen: die "Nestorianer", welche die Anerkennung der Dogmen von Ephesus verweigerten, hatten als Pioniere peripheren Widerstands die härteste Verfolgung zu erdulden; viele flohen, und ihr widerstandswilligster Kern, dessen Mitglieder zugleich am wenigsten zu verlieren hatten, entstammte folglich meist den am übelsten behandelten Schichten, und das war damals die arme Bauernschaft. Analoges gilt für die zweite, anti-chalkedonische (= mono- oder miaphysitische) Verweigerungswelle, deren Schwerpunkt in Ägypten lag, die aber auch auf Syrien ausstrahlte. (Ohne beide wäre die arabische Eroberung des südlichen Mittelmeers und Nahen Ostens wohl nicht möglich gewesen.) So entstand neben der koptischen Kirche die "orthodoxe" (aber anti-chalkedonische) syrische Nationalkirche (die also nicht anti-ephesisch ist, aber der auch anti-ephesischen von der verborgenen Motivation her gleich); die relative Verstädterung des Libanon (nämlich vor allem an dessen Küste) erklärt den relativ hohen Anteil der dortigen Christen an dem, was wir "orthodox" nennen (nämlich zugleich pro-ephesisch wie pro-chalkedonisch; damals hieß dieser Teil vor Ort "melkitisch" [von arab. malek "König"], d.h. "kaisertreu"), soweit es sich um Christen vor der "katholischen", d.h. römischen Abspaltung von 1054 handelt. (Ich kann nichts dafür, wenn die Geschichte kompliziert ist, und habe sie schon auf das Wesentliche zusammengestrichen.) Die dadurch entstandene soziale Zuordnung der Konfessionen hat sich in der Tendenz zäh bis heute erhalten.

Aber sie wurde von der arabischen Eroberung (die sehr leicht fiel, da der syrische Teil des byzantinischen Heeres noch auf dem Schlachtfeld zu den Arabern überging und daher hinterher in seiner Religionsausübung und mit Sondersteuern zunächst kaum belastet wurde – geringer als unter den byzantinischen Kaisern war beides allemal) noch einmal überlagert. Sobald sich im Laufe der Zeit herausstellte, daß mit einer byzantinischen Rückeroberung nicht mehr zu rechnen war bzw. die unter arabische Oberhoheit geratenen "Eroberten" nicht mehr zurückkonnten (das geschah etwa mit dem Dynastiewechsel im östlichen Kalifat, der auch damit zusammenhängt, von Omayaden zu Abbasiden), begannen diese Belastungen doch zu wachsen, und damit wuchs auch die Menge der christlichen Konversionen zum Islam. Aber für die Araber bzw. Moslems wuchsen sie auch, zumindest die weltlich-geldlichen; bloße Eroberer konnten sie jetzt nicht mehr sein, diese schönen Zeiten waren vorbei. Schließlich erreichte die Aussaugung des Volkes, diesmal auch, zumindest zunehmend, des städtischen, fast wieder byzantinisches Niveau, und deshalb bildete sich in jenem, anknüpfend an den Dynastiewechsel, aber diesen religiös aufdonnernd – denn das bot sich für besagten Zweck sehr an – eine neue innerislamische Opposition in den bedrängten Schichten, die mit besagtem zeitgemäßen Mittel die Legitimität ihrer Kalifen, später Sultane bestritt und deshalb dramatische Vorfälle in der Geschichte dieser Machtkämpfe in die metaphysische und mythologische Sphäre zerrte – die Schiiten also. Selbstverständlich bekamen sie dafür den Zorn ihrer Ausbeuter und Machthaber zu spüren, blieben aber häufig widerspenstig und steigerten ihre Selbstbehauptung gegen die gierige Zentralgewalt, wenn diese grausam wurde, symmetrisch bis zum Fanatismus, der aufgrund des Kontextes wieder religiöse Färbung haben mußte. Das geschah in mehreren Wellen, und relative Stillwasserzonen wurden dabei von den Verfolgten natürlich geschätzt – der Nordlibanon war damals eine solche, und das trug zur dortigen Schiitenkonzentration bei.

Nun bildeten sich im Laufe der Geschichte aber da und dort auch schiitische Kalifate oder Herrschaften, und dann wurden bei gleicher Entwicklung, die selten auf sich warten ließ, wieder neue religiöse Einkleidungen des (vorwiegend bäuerlichen) Widerstands nötig, im Iran mit seiner mittlerweile schiitischen Herrschaft der Bahaïsmus, am nördlichen Rande des fatimidischen (und insofern auch schiitischen) Kalifenreiches, d.h. in Syrien, eine neue Abspaltung des Schiitentums, jener Zweig des Alewitentums, der nach dem Namen seines Gründers "Nussairier" genannt wird (und in dem der von allen Schiiten als eine Art Superprophet und zugleich Erzmärtyrer – das legt die Schiene zu Jesus – verehrte Ali zu echter Gottähnlichkeit aufgerückt ist und auch noch, ein Wink mit dem Zaunpfahl, am gleichen Tag des Jahres wie Jesus geboren worden sein soll). Nicht nur die Familie Assad gehört dieser Konfession an, sondern auch der wichtigste Teil der syrischen Beamtenhierarchie – aber nur etwa 3% der Syrer. Das ergibt eine unglückliche Basis.

Der Leser erstaunlich gleichgültiger Rasse und Geschlechts wird bemerkt haben, daß der Anteil der Glaubenslast und damit Irrationalität bei den vorwiegend bäuerlichen Widerstandsbewegungen gegenüber der Ausgangsreligion, wie irrational auch immer diese schon sei, entweder zugenommen hat oder wenigstens das Interesse an groben Irrationalitäten der Ausgangsreligion wie z.B. Einzelheiten der metaphysischen Anatomie Jesu schier krankhaft gesteigert hat. Er könnte daher in den Trugschluß verfallen, diese Irrationalität gehöre zur Substanz der notgedrungen, weil zeitbedingt bzw. umstände- und gewaltbedingt religiöse Form annehmenden Widerstandsbewegungen. Doch diese Beobachtung gilt entweder nur formal oder nur für die ersten Generationen dieser Bewegungen, solange sie die Gewalt gegen sich haben. (Erlangen sie sie dagegen und erreichen ihr heimliches soziales Ziel nicht bzw. verlieren es schon auf dem Weg zur Macht, hebt das ganze Spiel von vorne an, was hier aber nicht interessiert, da das in Syrien und Libanon nie eintrat.) Hat sich dagegen das Verhältnis zwischen Bedrückten und Bedrückern nach einer Weile stabilisiert, so können wir regelmäßig die genau entgegengesetzte Beobachtung machen: unbeschadet der erweiterten Irrationalität des Inhalts ihrer Konfession, an den zu glauben sie vorgeben oder sich sogar zu glauben einreden, werden die Mitglieder diskriminierter, weil zur bestehenden Macht offen oder latent oppositioneller Religionen immer rationaler und gutartiger, zumindest, wenn die erlittene Diskriminierung nicht völlig extrem ist und dann nur noch die Option des Fanatismus übrigläßt. So werden die Mitglieder dieser zurückgesetzten (oder sogar richtig geschurigelten) Gemeinschaften mit der Zeit die – relativ oder absolut – besten Träger von Vernunft und Menschlichkeit in ihren Ländern, die Alewiten in der Türkei (man denke etwa an Aziz Nesin), die Bahaï (und Zoroastrier) in Persien, und eben die Nussairier in Syrien – denken wir der Fairneß halber auch an die Juden der christlichen Länder, die nach dem Ende ihrer kontinuierlichen fast grenzenlosen Schikanierung im calvinistischen Holland einen Spinoza, nach deren Ende im Rest Westeuropas Marx, Freud und in Fernwirkung Trotzki hervorbrachten und sich Hitlers und dessen Geistesverwandter Haß gerade durch ihre durchschnittlich dem Rest überlegene und dadurch ideologiestörende intellektuelle und moralische Urteilskraft zuzogen, oder an die zwar schon lange weder ermordeten noch gepiesackten, aber sehr isolierten Parsen Bombays, deren erdrückende Mehrheit heute verläßlich ungläubig ist. Für ein Syrien ohne religiöse Scheußlichkeiten, wie sie die US-gepäppelte ISIS endlich nachholen durfte, sind geborene Nussairier als Führer nun einmal durchschnittlich am besten – man denke z.B. daran, wie Assad sen. sein Land zum größten Ärger der USA gerade noch mit Geschick und Festigkeit vor dem finstersten, grenzenlosesten und blutigsten Religionsterror bewahrt hat. Er konnte das trotz seiner Minderheitsherkunft, weil er seine sozialen Versprechen im wesentlichen einhielt – Syrien gehört zu den wenigen Ländern, in denen ich weder Slums noch einen einzigen Bettler gesehen habe, auch nicht in den größten Städten, und ich war in fast allen Ländern der Welt. Da kann man sich auch Toleranz und Terrorzügelung gestatten, so tief die Mullahs die entsprechend üblen Neigungen auch in vielen Hirnen verankern und des Menschen schlechteste Eigenschaft, die Projektionsneigung, dafür nutzen konnten; was Projektion im Sinne der Psychoanalyse ist, und wie übel sie ist, da jede Projektion das ganze Auschwitzpotential enthält, egal ob sie gegen "Hexen", Juden, Russen oder inzwischen auch angebliche "Rechte" gerichtet ist, ist dem verständigen Leser der Originalfassung von Reichs "Massenpsychologie des Faschismus" bekannt und muß hier nur in Erinnerung gerufen, aber nicht erläutert werden. – Diese relative Schonzone vor dem religiösen Wüten haben die NATO-Alumnen der ISIS zerstört, unsere Presse hetzt gegen besagte Schutzzone, und nur die Hisbollah verteidigt sie von ihrem kleinen nordlibanesischen Gebiet aus, während die Bundeswehr, zu deren Schiffskommandanten der machtarme libanesische Präsident immer wieder katzbuckelnd antanzt (z.B. als ich in Beirut war), um dort seinen Diener zu machen, unsere Steuergelder nutzt, um besagte Hisbollah von ihrem Waffennachschub abzuschneiden, d.h. die Waffen für den lange Zeit einzigen äußeren Schutz so vieler Syrer vor den von außen eingeschleusten religiösen Vergewaltigern und Halsabschneidern ("Rebellen"). Da bleibt, welcher Haß in ihr zu Recht oder Unrecht auf Israel bestehen mag, der Hisbollah wenig Energie übrig für Angriffe auf dieses.

Ich will die Hisbollah nicht idealisieren, sie enthält ohne Zweifel üble religiöse und, da ihre die Religion der 4. Sure ist, auch antisemitische Bestandteile. Aber ihre Lage zwingt sie, besser zu sein als sie sein möchte. Ich jedenfalls habe mich – es mag Zufall im Spiel sein – an keiner Ecke der islamischen Welt (deren Hardcore-Teile ich sowieso stets strikt gemieden habe) so wohl und sicher gefühlt wie im Hisbollah-Teil des Libanon, und ich glaube, die von Fanatismus, den ich sogar im Lande Atatürks bisweilen beobachten konnte, stets freie Haltung, die mir seine bedrängten Bewohner entgegenbrachten (einmal war sogar Gefechtslärm zu hören, die Grenze war nahe), war aufrichtig. (Natürlich kann ich nicht ausschließen, daß spätere Beobachtungen diesen Eindruck Lügen strafen, aber so war es jedenfalls – und man hatte mich noch auf dem Flug nach Beirut eindringlich vor diesem Landstrich gewarnt!)

Aber wieder zurück vom Subjektiven zum Objektiven. Der heftige Haß der Hamas gegen die Hisbollah (der sich indirekt auch zahlreichen Wandschmierereien an den Wänden der Häuser Beiruts entnehmen ließ, ebenso gegen Assad) dürfte gerade in diesem Aspekt der Hisbollah seinen Grund finden und den erst recht unrein motivierten Haß gegen Israel überdecken. (Das heißt nicht, daß er bei veränderter Kräftekonstellation nicht reaktiviert würde.) Aber Israel ist, solange es von der herrschenden Klasse der USA gebraucht bzw. benutzt werden kann, unverwundbar; das imponiert autoritätshörigen Charakteren wie den Erz-Moslems der Hamas, so erz-antisemitisch sie ist ("Hamas, Hamas, Juden in das Gas!", lautete ihr Slogan auf etlichen Demonstrationen, dessen restlose Straflosigkeit bei dichtem Schweigen der sonst so aufgeregten Einheitspresse nur jemanden wundern kann, der der fdGO die Lügen aus der Hand oder, da sie so sehr stinken, sozusagen ekellos aus dem Arsch frißt), nun eben doch. (Meine örtliche Einheitszeitung, die BZ, ließ einmal durchblicken, Kader des ISIS seien nach etlichen Folterungen dem US-KZ von Guantánamo entnommen worden; da nun der ISIS ausschließlich gegen Völker und Regierungen gewütet hat – und ohne das heroïsche Trump-Intermezzo wohl weiterwüten würde –, welche die Regierung ihrer eigenen Folterer verleumden und für vogelfrei erklären läßt, würde das bedeuten, daß autoritätshörige statt zur Wahrheit und Leistung verpflichtete Menschen, wie das echte Moslems – schon der selbstgewählte Name ihrer Religion verkündet dieses Programm – ja sein müssen, offensichtlich bereit sind, auch in den Dienst ihrer Feinde zu treten, und zwar begeistert, wenn diese sie nur sadistisch genug verdroschen haben. Insofern ist eine vorübergehende Allianz Hamas/Israel im Dienste der USA – Israels, weil es muß, der Hamas aus dem genannten Grund – gar nicht so unvorstellbar, wie es oberflächlich scheint, und außerdem ist sie ja durch obige glückliche Gefangennahme eines Eindringlingstrupps belegt. Die Hamas nimmt den Juden das übel, was ihnen alle Antisemiten übel nehmen, weil sie es selber nie aufgebracht haben: die Würde in der Schwäche, und das wird sich bei autoritätshörigen statt der – wie schwierig auch immer ermittelbaren – Wahrheit verpflichteten Menschen nie ändern; aber Syrien und in der Folge der Hisbollah nimmt sie deren religiöse Toleranz und damit aufklärungsaffine Position übel, und das ist als eine Art Verrat aus den eigenen Reihen (denn von der Religion abgenabelt haben sich syrische Mehrheit wie Hisbollah auch nicht) gewissermaßen noch schlimmer, besonders, wenn die mit der Aufklärung und damit Wahrheit (deren Gegensatz nicht der Irrtum ist, sondern die Lüge, besonders die gewaltgestützte Lüge) noch so schwächlich sympathisierende Seite, die von der eigenen, also gediegen islamischen damit abfiel, auch noch schwach ist bzw. schwach geworden ist wie alle nicht restlos stinkigen arabischen Staaten nach der Zerstörung ihrer sowjetischen Stütze, die ihnen jede Halbheit erlaubte, welche sich nun aber rächt.

Denn auch Syriens Tendenz zur Aufklärung war nur eine halbe Sache, und dafür wird nun die Rechnung präsentiert. Obwohl das ohne ernste Probleme zwischen beiden Teilen gegangen wäre, hätte Syrien jederzeit und vor allem rechtzeitig einen vorteilhaften Frieden mit Israel schließen können (auch wenn die US-Regierungen diesen extrem ungern gesehen hätten); dazu hätten sie aber das islamische Lager, das solche scheußlichen Eiterbeulen und Stinkestaaten wie Saudi-Arabien einschließt, verlassen müssen, dessen einzige Klammer seit der Gründung Israels gar nicht die Lehre Mohameds im engeren Sinne, sondern nur dessen Antisemitismus (im geläufigen, an sich absurden Sinne des Wortes) ist. Es hätte gegen alle dann natürlich ausbrechenden inneren Widerstände mit Festigkeit erklären müssen, daß die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz (natürlich nicht nur der Juden, sondern bei Bedarf auch der Scientologen, Zeugen Jehovas usw.), d.h. die religiöse Toleranz, über jeder Religion steht und auch ein Staat, der diesen Grundsatz festhält, in jedem Fall, solange dieser jenen selber befolgt, Israel näher steht als Saudi-Arabien u.ä., mit denen er nichts gemein hat und sich nicht durch welche Verbindung mit diesem auch immer beschmutzt. (Das hätte übrigens auch Israel in die Pflicht genommen, das auch kein lupenreines Vorbild für die Völker der Welt abgibt!) Natürlich hätte dieser Kurs innere Kämpfe ausgelöst, die zu bestehen gewesen wären (nämlich mit Hilfe des christlichen Fünftels und dem aufgeklärtesten Drittel der in den Islam hineingeborenen eigenen Bevölkerung, was früh genug nach dem Weltkrieg in einer hoffnungsvolleren Menschheit sehr viel aussichtsreicher gewesen wäre als in den trüben späteren Zeiten) – aber hätte das Ergebnis nicht auch im schlimmsten Fall (noch konnten sich ja, anders als gegen den beispielhaften Taraki auf viel ärger von innen bedrängtem Posten, die USA nicht paramilitärisch einmischen, so wenig wie z.B. in Süd-Jemen) nicht schlimmer aussehen können als das seitherige, aber dafür im Erfolgsfall regelrecht strahlend und zu Hoffnungen für die ganze Welt berechtigend? Halbe Sachen gehen nie gut aus, und eine viertelste Aufklärung schon gar nicht...

Daß die Hamas als Kraft der Finsternis mit anderen Kräften der Finsternis, jetzt also den USA, gemeinsame Sache macht, ist nur natürlich. Mit Israel wird sie das nur so lange tun, wie es als US-Werkzeug fungiert, z.B. gegen Syrien. Und so schoß sie in möglichst häßlicher Weise ihre Raketen nach gemeinsamem Plan aus dem Gazastreifen, um den USA die Sprengung eines zweiten WTC zu ersparen – ein solches nützt sich ab, und schon das erste war sehr verdächtig. (Es fiel z.B. genau nach dem Ingenieuren der einschlägigen Sparte wohlbekannten "Tortenmuster" zusammen, mit dem Hochhäuser in dicht bebauten Gebieten von innen gesprengt werden, um Abrißkosten zu sparen, und nicht wie ein von einem Flugzeug getroffenes Hochhaus; auch sonst war sehr viel faul.) Während sonst die USA sich in die nicht eben seltenen israelisch-palästinensischen Duelle niemals einmischten, am wenigsten direkt, soll dagegen der jetzige Raketenabschuß der abenteuerliche Vorwand für die militärische Endlösung der Iran-Frage sein: die abgefeuerten Raketen sollen nämlich von dort stammen, genauso, wie die m.o.w. echten islamischen Knallköpfe bzw. van der Lubbes, die mit ihrem Leihflugzeug die Kulisse für die WTC-Sprengung abgaben (wahrscheinlich auf US-Wunsch von Saudi-Arabien gesteuert, dafür spricht die Nationalität des sagenhaften bin Laden), irgendwie mit Afghanistan verbunden gewesen sein sollten, weswegen jenes zu zerstören und zu besetzen sei, allerdings nur, um nebenbei auch noch den Irak zu liquidieren, der damit zwar nun rein gar nichts zu tun hatte, aber in den trägen Köpfen der dummen Mehrheit damit über religiöse wie geographische Schienen assoziativ vermanscht werden konnte (was gerade recht empörten US-Leserbriefschreibern kurz vor dem Angriff sehr zu Recht auch auffiel, aber gegen die mehrheitlichen Orwellschafe nichts bewirken konnte). Und nach analogem Vorwand soll nun auch das – häßliche, aber klein-bürgerliche statt monarchische und dadurch nicht restlos stinkende – persische Mullahregime zügig endgelöst werden, nachdem es seine restrussische Stütze auf ähnlichem Wege verloren hat.

Für diesen widerlichen Plan wurde die Hamas benötigt, und sie machte mit. Was verspricht sie sich davon? – Ein Stück Israel oder noch mehr, auf jeden Fall wieder ein Stückchen Endlösung der Judenfrage. Denn der einzige aufrichtige US-amerikanische Freund mit Macht, den Israel jemals hatte, war Trump, und er bot beiden Seiten den erträglichsten Frieden an, der in dieser Weltecke zu haben ist; aber die Palästinenser welcher Partei auch immer nahmen ihn nicht an, da sie wohl wußten, welch schreckliche, jugoslawienähnliche Rache ihnen drohte, wenn sie es täten (der einzige israelische Fast-Staatschef, der ähnliches vorhatte, Rabin, starb ja auch, kurz bevor er gewählt werden konnte, durch ein recht mysteriöses Attentat), sobald Trump sie nicht mehr schützen könnte – und israelische Heißsporne zum Vollzug dieser Rache wären nicht schwer aufzutreiben gewesen.

Wird Israel für sie überflüssig, was nach Rest-Rußlands Vernichtung schnell eintreten kann, dann können sich die USA sogar als (faktisch antisemitische) Wohltäter der arabisch-islamischen Welt aufspielen – "unsere", d.h. ihre Medien werden mit "Erklärungen" und Beifall am allerwenigsten sparen, wir kennen das ja zur Genüge z.B. von AIDS, dessen flächendeckende bzw. routinemäßige Testung "faschistisch" sein sollte, die des dagegen lächerlich harmlosen Corona auch im drückendsten und absurdesten Ausmaß dagegen ganz und gar nicht – anything goes. Und so könnte es mit der Vernichtung Israels auch werden, die iranische Endlösung einer weiteren Endlösung vorangehen – wer weiß?!

Einfach nüchtern abwarten statt vorher urteilen – als ich nach der Besetzung Grenadas das Ende des Ostblocks "in drei bis fünf Jahren" vorhersagte, wollte das auch keiner glauben (im Pentagon gewiß, aber da kam ich ja einerseits nicht rein, und andererseits brauchte man mich dort dafür nicht). Einfluß nehmen läßt sich jetzt, wo seit Hitler jede ernstzunehmende Selbstorganisation der Besitzlosen zerschlagen ist und diese gläubiger und demoralisierter sind als die durchschnittlichen Leibeigenen des finstersten Mittelalters, sowieso nicht. Erst langsam, sehr langsam wie in den zähen Jahrhunderten bis zu Reformation und Neuzeit, muß das Volk gegen die noch ungewohnten Medien, die die alten Kanzeln abgelöst haben, wieder zu Besinnung und eigenen Wortführern kommen.

Fritz Erik Hoevels

P.S. Nach neueren Meldungen scheint die offenbar eingefädelte Geschichte noch übler, das Zusammenspiel zwischen Hamas und israelischer Regierung, um den armen USA die Inszenierung eines zweiten WTC-Attentats im eigenen Land zu ersparen, noch enger zu sein, als sich das auch die kühnste Phantasie Außenstehender ausmalen konnte. Denn wenn die immerhin militärerfahrene israelische Bloggerin Efrat Fenigson mitteilt, daß die entscheidende Hamas-Truppe mit allen ihren Waffen die heißeste Grenze der Welt unbeachtet und unbelästigt überschreiten und sogar ca. 40 km weit in Feindesland eindringen konnte, um dort ein möglichst abstoßendes Massenattentat durchführen zu können, dann ist es extrem schwer, zu einem anderen Schluß zu kommen als den naheliegendsten – denn Israel ist von den USA bzw. ihrer mehr faktischen als formalen Regierung mindestens so hilflos abhängig wie die saudische oder die deutsche und hat daher auch bei den allerübelsten imperialistischen Schweinereien wie der Verminung der Häfen Nicaraguas, das ihm niemals das geringste zuleide getan hat, ohne merkbaren Widerstand mitgemacht.

13.10.2023

P.S.S. Eine eigenartige Ergänzung hierzu liefert das Internet-Nachrichtenmagazin TKP.at vom 13.10.23. Der "Starjournalist" Seymour Hersh will dort herausgefunden haben, daß der israelische Ministerpräsident Netanjahu nicht nur jahrelang alles getan hat, um der mit Recht übelbeleumdeten Hamas gegenüber der angeseheneren PLO zu mehr praktischer Bedeutung und innerpalästinensischem Ansehen zu verhelfen und ihr sogar mancherlei saftige Finanzierung zuzuschanzen, sondern auch in dem kritischen Zeitraum alle israelischen Grenztruppen vom Gazastreifen, also der heißesten Grenze der Welt, abgezogen zu haben, um eine drittrangige Provokation illegaler israelischer Siedler auf der Westbank vor militanten Störungen zu schützen: – Hier drängt sich die Frage auf: welche Armee der Welt gehorcht so einem Wahnsinnsbefehl? Und hätte die nicht ganz kleine israelische Armee für den angeblichen Zweck nicht andernorts noch ein paar Hundertschaften (mehr waren überflüssig) übrig gehabt? – Logischer ist doch, daß sich in Israel das seltsame Verschwinden der eigenen Grenztruppen an der wichtigsten Stelle herumgesprochen hat (s.o.), was nicht mehr zu vertuschen war, ganz so, wie nach einer Woche die verzweifelten Bemühungen unserer Presse aufgegeben werden mußten, die Kölner Silvesternacht zu verschweigen, da dies das kleinere Übel gegenüber einem um sich greifenden Verständnis der Funktion der vereinheitlichten Lügenpresse geworden war, und jetzt relativ harmlos mit der Marotte einer Einzelperson motiviert werden soll, und wer das nachbetet, selbige Einzelperson gar insiderisch "Bibi" nennt, sich schrecklich klug fühlen soll.

 

Nachtrag Februar 2024
Siehe auch den Artikel "Vom KETZERBRIEF zum STERN" in KETZERBRIEFE 242/243 (Ausgabe Februar/März 2024):

Ketzerbriefe 242 243

 

Interessierten empfehlen wir die KETZERBRIEFE Sonderausgabe 23 zum Golfkrieg (Ausgabe März 1991):

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